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Was steckt hinter dem neuen SAP Build?

Bei der TechEd 2022 gab es gefühlt nur ein Thema: Das neue Produkt SAP Build. Was versteckt sich hinter diesem Begriff? Was macht das neue Produkt? Und für welche Use Cases kann es verwendet werden? Unser SAP BTP-Experte Christian Heinrich hat sich das Thema mal vorgenommen und bringt ein wenig Licht ins Dunkel.

Was ist SAP Build?

SAP Build ist eine Lösung aus dem sogenannten Low Code/No Code (LCNC)-Bereich der SAP. Ziel dieser Lösungen ist es, Software mit so wenig Programmierung wie möglich zu realisieren. Dabei helfen in erster Linie grafische Editoren, die es den Software-Entwicklern ermöglichen, User Interfaces und Business Logik recht einfach „zusammenzuklicken“. Dank dieser leichteren Erstellung von Software, soll das SAP-Angebot neben den klassischen Software-Entwicklern auch andere Zielgruppen wie beispielweise die Fachbereiche ansprechen. 

SAP Video: What is SAP Build?

In diesem Video der SAP werden die drei Bausteine von SAP Build erklärt.

Für was nutze ich die Lösung?

SAP Build hat ein konkretes Ziel: Digitalisierungs-Backlogs angehen. In vielen Unternehmen gibt es lange Listen an Themen und Herausforderungen, die zwar bekannt sind, aber aufgrund von fehlenden Kapazitäten bislang noch nicht umgesetzt werden konnten. Hier soll die SAP-Lösung, mit seiner einfachen und schnellen Art Software zu entwickeln, helfen. Konkret geht es dabei um drei Themen, die gemeinschaftlich gelöst werden müssen, um Digitalisierungsherausforderungen zeitnah und gut zu meistern:

  1. Digitale Lösungen – SAP Build Apps

„Wäre doch klasse, wenn wir dafür eine App hätten!“ – diesen Ausspruch haben bestimmt sehr viele schon einmal gehört. Mit SAP Build Apps ist die Erstellung von Apps auch ohne klassische Programmierung möglich. Basierend auf dem von der SAP im Jahr 2021 gekauften Tool „AppGyver“, bietet SAP Build Apps vor allem zwei Dinge: Einen grafischen Editor, über den User Interfaces realisiert werden können und einen grafischen Logik Editor, der die UI mit Business Logik und vor allem Business Daten aus den angeschlossenen Systemen (zum Beispiel S/4HANA, SAP SuccessFactors, SalesForce, ServiceNow, etc.) verbindet.

  1. Workflows und Freigabeprozesse – SAP Build Process Automation

Neben „klassischen Apps“, stehen Unternehmen häufig vor der Herausforderung, Geschäftsprozesse – an denen mehrerer Personen und Systeme beteiligt sind – digital abzubilden. Häufig handelt es sich hier um Business Objekte, die freigegeben, um Informationen ergänzt und verarbeitet werden müssen (zum Beispiel Bestellungen, Rechnungen, Stellenausschreibungen, Wartungsaufträge, etc.). Hier hilft SAP Build Process Automation, indem Nutzer die Möglichkeit erhalten, Geschäftsprozesse visuell zu modellieren, mit Backend-Systemen zu verknüpfen und Teile der Prozesse sogar mit Hilfe von Robotic Process Automation und künstlicher Intelligenz zu automatisieren.

  1. Zugriff auf Lösungen – SAP Build Work Zone

Was fehlt noch, wenn man Apps und Workflows digitalisiert hat? Sie müssen den Nutzern transparent und leicht zugänglich gemacht werden. Hier kommt die SAP Build Work Zone ins Spiel. Mit Hilfe dieser Lösung können Nutzer „Portal-Seiten“ zusammenstellen, die relevante Apps, Workflows und Informationen zu einem Thema bündeln und diese damit den Endnutzern bereitstellen. So finden Endnutzer endlich auch die digitalen Lösungen, die ihnen täglich helfen.

Ist SAP Build neu?

SAP ist mit der Lösung aus meiner Sicht ein sehr guter Schritt gelungen: Sie bündeln Lösungen aus ihrem Portfolio, die inhaltlich zusammengehören, in einem Produkt. Da es sich bei den einzelnen Lösungen bereits um etablierte SAP-Produkte handelt, können Unternehmen hier ab Tag eins Mehrwerte heben. Insbesondere mit der SAP Work Zone und mit SAP Process Automation haben wir auch bei der sovanta in einigen Kundenprojekten schon gute Erfahrungen gemacht.

Workflow Management auf der SAP Business Technology Platform für Endress+Hauser

Der Weg von veralteten Systemen in die moderne SAP Cloud-Umgebung kann zum Teil etwas holprig sein. Prozesse müssen übernommen werden, die Unternehmensidentität transportiert und das Team geschult werden. Genau vor …

Unternehmen haben mit SAP Build eine weitere Möglichkeit, Digitalisierungs-Backlogs anzugehen und dies zukünftig auch mit technisch versierten Mitarbeitern zu tun, die nicht notwendigerweise bereits über langjährige Erfahrung als Software Entwickler verfügen. Inwiefern sich die Prognose bewahrheitet, dass zukünftig Fachbereiche selbstständig Software schreiben, wird sich zeigen. Sicher ist aber, dass Low-Code/No-Code Tools zukünftig eine wichtige Rolle im IT-Bebauungsplan spielen werden. In den Händen von IT-Experten beim Kunden oder mit Hilfe von Partnern wie der sovanta, werden so zukünftig LCNC-Tools helfen, die Abstimmung zwischen Business und IT zu vereinfachen und die Realisierung von IT-Projekten zu beschleunigen.

Christian Heinrich: Marketing & Solutions
Christian Heinrich
Chief Solutions Officer, Vorstandsmitglied

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Christian Heinrich ist Mitglied des Vorstands der sovanta AG und verantwortet die Bereiche Marketing & Solutions, Experience Management und das Design Lab. Er verbindet ein tiefes Verständnis für Kundenbedürfnisse mit Expertenwissen in den neusten Technologien auf dem SAP-Markt, um beides für innovative Lösungen zusammenzubringen.
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